Gerade läuft die Implementationsphase des „zentralen Schülerfeedbacks" an Schulen in NRW. Damit geht NRW den ersten Schritt hin zur Etablierung einer Feedbackkultur. Schon 2008 hatte Hattie in seiner umfassenden Studie die Bedeutung von Feedback als eines der einflussreichsten Faktoren für Lernerfolg benannt.

Dennoch spielt Feedback an Schulen sehr häufig noch eine untergeordnete Rolle und kommt weniger lernbegleitend (formativ) als zur finalen Beurteilung (summativ) zum Einsatz.

Was formatives Feedback wirklich bedeutet

Viel wirksamer wäre ein Feedback, welches den Lernprozess begleitet. Dies setzt aber voraus, dass solche Strukturen in der Schule etabliert werden, Zeitfenster geschaffen werden und eine angstfreie Atmosphäre herrscht, in der es immer um die Sache und nie um die Person geht.

Um dies zu erreichen, bedarf es einer klaren Struktur, die Hattie als Feed up, Feedback und Feed forward bezeichnet. Hier wird zunächst das zu erreichende Ziel definiert, der Lernfortschritt aufgezeigt, um dann die Weiterentwicklung zu klären.

Digitale Tools als Chance

All diese Methoden sind sehr zeitintensiv und häufig im Alltag nur schwer umzusetzen. Eine neue Chance bietet hier die fortschreitende Digitalisierung an Schulen. Denn durch Tools wie Oncoo, Answer Garden oder Plattformen wie FeedbackSchule ergeben sich zeitsparende Methoden, die sofort das Ergebnis liefern und ein anonymes und damit ehrliches Feedback garantieren.

„Wir brauchen für wirksames Feedback eine Fehlerkultur, in der Fehler willkommen sind." – John Hattie

Dieser Satz von Hattie ist mir persönlich sehr wichtig: Fehler sind keine Misserfolge, sondern der wichtigste Rohstoff des Lernens. Eine Schule, die das ernst nimmt, verändert sich von Grund auf.

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