Ich habe fünf Jahre in der Schulbuchverwaltung gearbeitet und bin regelmäßig an meine Grenzen gestoßen. Nicht die Lehrkraft selbst soll hier im Mittelpunkt stehen, sondern die strukturellen Herausforderungen der digitalen Schulbuchlandschaft.

Das digitale Schulbuchgeschäft – ein Wirrwarr

Das digitale Schulbuchgeschäft funktioniert nicht wie der übliche Buchhandel. Jeder Schulbuchverlag hat seine eigene Plattform und Methode: Teilweise müssen Schulbücher noch via E-Mail bestellt werden, andere sind auf der Webseite zu erwerben. Mal müssen sich die Schülerinnen und Schüler selbst anmelden, mal kann das die Lehrkraft übernehmen.

Kurz: Es ist ein Wirrwarr an Möglichkeiten, durch das sich alle Schulbuchverwaltungen durchquälen müssen. Für mich hat das bedeutet, dass ich zu Coronazeiten für unsere ca. 1.000 Schülerinnen und Schüler für alle verfügbaren Lehrwerke Codes besorgen und über die Klassenleitungen weiterleiten musste.

Analoges versus digitales Schulbuch

Auch die Grundsatzfrage, ob analoge oder digitale Schulbücher eingesetzt werden sollen, ist an Schulen noch nicht beantwortet. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile – und die Entscheidung fällt selten systematisch, sondern von Fach zu Fach und Lehrkraft zu Lehrkraft.

Arbeitserleichterung in Zeiten von KI sieht für mich anders aus. Schulbuchverlage müssen radikal umdenken: Modulare, frei kombinierbare Themen-Reader, digital verfügbar, ohne Anmeldedschungel.

Was sich ändern muss

Schulbuchverlage müssen endlich loslassen: weg von plattformeigenen Inseln, hin zu offenen Standards. Die Schule der Zukunft braucht keine dicken Bücher und keine Passwort-Dschungel – sie braucht flexible, kuratierbare Inhalte, die Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler wirklich nutzen können.

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